Automatische Sicherungsgeraete – Grigri
Ich habe die klassischen und neuen Halbautmaten getestet. Neben dem alltime Favorit Grigri gibt es nämlich noch einen Haufen anderer: Eddy, Zap-o-Mat, Cinch, Click Up, SRC, Smart und The Nine. Das wären so die bekanntesten unter den Halbautomaten, die mir einfallen. Ich versuche euch in den nächsten Artikeln mal etwas über diese Geräte zu erzählen und dann am Ende einen großen Vergleichstest zu machen, auch im Vergleich zu Tube, HMS und Abseilachter. Ich fange mit dem klassiker von Petzl, dem Grigri an.
Das Grigri besticht oberflächlich betrachtet vielen Vorteilen. Seit seriner Markteinführung sind aber immer wieder schwere Unfälle passiert und das auch häufig bei erfahrenen Kletterern. Mittlerweile dürfte es sich rumgesprochen haben, dass das Grigri kein Anfängergerät ist, sondern ganz spezielle Techniken benötigt, um trotz schnellem Ausgeben noch zuverlässig zu blockieren.
Aufbau
Das Grigri besteht aus zwei Schalenteilen und einem beweglichen Klemmbolzen mit ausfahrbarem Hebel zum Deblockieren. Das Seil einlegen geschieht relativ intuitiv, kann aber auch falsch gemacht werden. Prägungen weisen auf die richtige Seilführung hin. Eingehängt wird ein Karabiner (am besten D-förmig) in die übereinanderliegende Öse der beiden Schalenhälften (nicht wie auf dem Bild zu sehen, auf dem Bild müsste noch die untere Schale nach oben geklappt werden und dann der Karabiner durch die Öse). Alle Teile bestehen aus Metall, nur der Hebel ist aus Plastik. Habe aber noch nicht gehört, dass da etwas kaputt geht. Ein korrekter Funktionstest (Seilausgeben, Blockieren usw.) ist unerlässlich bevor der Kletterer anfängt, die Wand hochzusteigen.
Vorteile
Das Grigri blockiert automatisch einen Sturz, zu 99,9% auch wenn der Sichernde das Bremsseil nicht in der Hand hält. Das bringt natürlich den Vorteil, dass fals der Sichernde einmal nicht aufpasst oder durch Steinschlag oder Anprall ausgeschaltet sein sollte, funktioniert das Gerät immernoch. Fragt sich nur, wie man sich dann selber ablassen soll, aber das ist ein anderes Thema…
Desweiteren kann der Sichernde ohne große Mühe einen ausruhenden/ausbouldernden Kletterer sichern. Wer schonmal gefühlte 2 Stunden am Stück an einer Stelle gesichert hat, weil der Kletterpartner sie auscheckt und auscheckt, weiß, wovon ich rede.
Das Seil krangelt nahezu garnicht und kann sehr schnell ausgegeben werden, ein toller Vorteil für einen Versuch am Limit.
Nachteile
Das Grigri blockiert immer statisch, damit wird das dynamische Sichern erschwert und der Sichernde erfährt beim Sturz des Kletterers einen größeren Ruck und wird womöglich eher mitgezogen.
Seile (vor allem diese mit angegebenen Mantelrutsch) werden schneller verschlissen, da die Belastung relativ hoch auf nur einem Teil des Seils ist und kein Seildurchlauf geschieht.
Das Grigri ist nicht für alle Seiltypen geeignet (nur 10-11mm), Ablassen oder Sichern am Doppelstrang ist nicht möglich.
Das Grigri blockiert nur bei einem Ruck des Seils, in Situationen mit viel Seilreibung oder wenn der Kletterer sich recht vorsichtig ins Seil setzt, kann es zum Seildurchlauf kommen.
Der Hebel ist mit Vorsicht zu gebrauchen, ein Ablassen erfolgt nur über die Bremshand und nicht den Deblockierhebel, da dieser entgegen des menschlichen Reflexes arbeitet. Heißt, dass man bei Schrecksituationen dazu neigt, die Hände zuzumachen und zum Körper zu ziehen (Schutzreflex). Macht man dies mit dem Hebel in der Hand, ist das Gerät entgültig deblockiert und das Seil rauscht durch.
Eigene Meinung
Das Petzl Grigri ist ein sehr gutes Gerät, nach wie vor. Als der Vorreiter der gesamten Halbautomatenriege heutzutage ist es immernoch eines meiner Favoriten. Vor allem ambitionierte Kletterer, die gerne ausbouldern, weit stürzen und schnell Seil benötigen, weil sie an ihrem Limit klettern, kommen fast nicht um dieses Gerät herum. Bei richtiger Handhabung ist es außerdem ein wirklich absolut sicheres Gerät und schön zu bedienen.
Video zum Grigri
Ablauf des Videos:
1.Seileinlegen 2.Seilausgeben mit und ohne Gaswerkmethode 3.Zu 4.Nochmal Gaswerk im Detail 5.Ablassen


