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Automatische Sicherungsgeräte – The Nine

The Nine. Hört sich gut an und soll die schlüssige Weiterentwicklung des Achter sein. Salewa wirbt ja mit dem Satz: “Climbing is complex simplicity. So is The Nine”. Von simpel kann ja nach der letzten Panorama keine Rede sein, wenn man in dieses Gerät 7 mal das Seil verschieden einlegen kann! Sicherlich sind manche Varianten hier bei den Haaren herbei gezogen und außerdem gibt es ja eine Produktanleitung, aber es ist schon recht witzig, dass gerade für The Nine derart geworben wird.

Aufbau

Eigentlich recht schlicht. Ein weiterentwickelter Achter eben. The Nine besteht aus einem einzigen Stück Aluminium, hat die Form einer Neun. Im unteren Zapfen ist das Karabinerloch, welches etwas asymmetrisch ist, damit The Nine nicht lose daran rumbaumelt, sondern immer richtig positioniert ist. Prinzipiell gut, aber der Karabiner lässt sich unkonfortabel reinpopeln und auch ist die Positionsfunktion des Loches natürlich abhängig davon, welchen Karabiner man benutzt. Das kleine Hörnchen ganz oben am Sicherungsgerät ist übrigens für den Ablassmodus. Die auslaufende Rinne der Neun wird immer enger und bildet im Gerät auch eine Art scharfe Kante. Hier blockiert sich das Seil sehr rasch und wird stark eingequetscht (gefällt mir persönlich nicht so gut).

Seileinlegen

Das Prinzip ist auch hier das gleiche, wie beim Achter. Eine Seilschlaufe wird durch das große Loch gesteckt und um den Zapfen gelegt in den dann der Karabiner kommt. Auch ich war mir am Anfang gar nicht so sicher, ob das Seil nun von mir aus gesehen hinter oder vor dem Zapfen verlaufen muss. Das sind auch die beiden wirklichen Varianten des Seileinlegens für mich. Sicherlich gibt es viele andere Möglichkeiten, aber beim richtig eingelegten Seil existieren dann immernoch 2 Möglichkeiten, das Seil laufen zu lassen: Einmal von mir aus gesehen vor dem Zapfen oder eben dahinter. Dahinter wäre vom Seilverlauf her wie beim Achter, davor ist die Bremswirkung etwas geringer, da das Seil nicht so stark umgelenkt wird. Irgendwie trotzdem komisch, da das Seil bei lockerem Seilverlauf auch durchaus in die jeweils andere Position rutschen kann.

Eigentlich falsch

Eigentlich richtig

Sichern

Prinzipiell macht das Gerät recht zuverlässig zu, falls das Bremshandprinzip nicht verletzt wird, das mal vorweg. In der aktuellen Panorama wird allerdings auch ein Selbstblockiertest durchgeführt, bei dem das Bremshandprinzip nicht erfüllt ist (keine Hand am Bremsseil) und dann ist es sicherlich abhängig davon, wie das Seil in das Gerät einläuft, ob und wann es blockiert. Steht The Nine aufrecht (zeigt somit richtung Hallendecke) so kommt das Bremsseil von Hallenboden (also von unten) und blockiert recht rasch. Die ist aber natürlich nicht immer der Fall und ganz sicher nicht, wenn keine Hand am Gerät ist (aus welchem Grund auch immer). Hängt The Nine runter, zeigt also zum Boden, läuft das Bremsseil durch den oberen Teil des Geräts und blockiert somit erst sehr spät (im Panorama Test ab 176cm). Ist auch klar, denn das Seil kommt so garnicht in die Nähe der enger werdenden Rinne.

Seilausgeben ist mit The Nine ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig, denn man muss das Bremsseil weit nach vorne/oben heben, damit das Gerät beim Seilherausziehen nicht blockiert. Sehr nervig und auch deutlich zu langsam. Mir gefällt das garnicht.

Das Ablassen gestaltet sich ebenfalls nicht so geschmeidig, denn man muss von der blockierten Stellung das Seil anheben (deblockieren) und über die Nase heben. Das gelingt nicht immer gleich und das Seil rutscht auch mal gerne von der Nase, wenn der Kletterer sich z.B. zum Expressen aushängen kurz selbst noch einmal festhält.

Was sicherlich top ist: Der Seildurchmesser langt von 9mm bis zu 13mm, das schafft sonst kein Halbautomat.

Video

Der Ablauf ist wieder folgendermaßen: 1.Seileinlegen 2.Seilausgeben 3.Zu 4.Ablassen

Fazit

Nur für Geübte (Panorama Tipp) und sicherlich nicht für jedermann. Ich persönlich finde es nicht berauschend.

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