Das richtige Ablassen
Einen fahren lassen, kann jeder….aber richtig Ablassen ist schon etwas anderes. Ob in der Kletterhalle oder draußen am Fels. Es gibt ein paar wichtige Basics, damit nichts schief geht.
In der Halle
- Ihr habt die Route getoppt und platziert das Seil richtig im redundanten Umlenker (meist sind zwei Karabiner drin).
- Das Kommando lautet “ZU”.
- Erst nachdem ihr euch nochmal kurz optisch von eurem Partner überzeugt habt, dass er bei der Sache ist und nachdem er ebenfalls “ZU” gerufen hat, ruft ihr “AB”.
- Nehmt die Hände an euren Anseilknoten (dies stabilisiert) und stemmt die Füße gegen die Wand. Es wird abgelaufen und nicht gesprungen. Wer weiß denn schon, ob nicht hinter euch jemand klettert, ob ihr durch den Wandverlauf einen Pendler um eine Kante macht oder ob euch euer Partner zu schnell ablässt, dass ihr gegen die nächste hinter euch befindliche Wand knallt?
- Lauft an der Wand in leichten Schritten herunter und beobachtet die Umgebung, damit es zu keinen Kollisionen kommt. Unten angekommen federnd auf den Füßen landen, der Partner sollte im letzten Moment das Tempo drosseln, damit man sich nicht die Fersen auf dem Hallenboden unnötig anschlägt.
Am Felsen
Alles gilt genauso auch am Felsen mit folgenden Zusatzregeln.
Der Umlenker sollte aus zwei Karabinern von euch bestehen, da das bereits hängende Material sonst von jedem, der dort klettert schnell durchgescheuert wird. Am Felsen werden Karabiner und Expressen nicht oder nur selten gewartet, also schaut euch den Umlenker genau an und entscheidet selbst, ob ihr eine Redundanz (Hintersicherung) aufbauen müsst, oder nicht. Nochmal: Man sollte nicht über bereits hängendes Material ablassen, wenn es irgend geht. Gerade für das Topropen gilt, dass man immer eigenes Material verwenden sollte!
Hier seht ihr, wie stark Karabiner vom Seil “durchgeschmirgelt” werden. Das Seil nimmt gerade draußen viel Schmutz und feine Partikel auf, die das Metall mit der Zeit stark verschleißen können. Die Belastung des Karabiners ist natürlich deutlich reduziert (auch wenn sie noch wahrscheinlich groß genug ist) aber das Hauptproblem liegt ist, dass ein Seil auf diesem Karabiner sehr schnell durchgeschnitten ist. Also Obacht bei solchen Expressen!
Hier ein Artikel über zerstörtes Fixmaterial am Fels vom Bergzeit-Kletterteam.
Ähnliche Artikel die von Interesse sein könnten:
>> Test – Salewa The Nine
>> Mammut Smart



