Der Dynamo
Längenzüge…ach wie ekelig. Blockiert man nun rauf, dreht man sich ein, hookt man irgendwo seinen Fuß oder lässt man es doch bleiben? Eine der möglichen Techniken zum Überwinden weiter Strecken von Klettergriffen ist der Dynamo.
Ein Dynamo ist ein schwunghafer Kletterzug von Griff zu Griff bei dem der Körper möglichst stark durch die Beine rasch nach oben katapultiert wird.
Ich erkläre euch die Stärken und Schwächen eines Dynamos und, wie er geht:
- Ein Dynamo ist immer endgültig: Sitzt der Griff, so ist alles in Butter, sitzt er nicht: Du landest unten und brauchst einen neuen Versuch.
- Ein Dynamo ist kraftsparend, denn ein kurzes Schwungholen aus den Beinen verbraucht sehr wenig wertvolle Haltekraft der Hände, die man beim Blockieren oder vielen Zwischengriffen aufwenden würde.
- Ein Dynamo muss präzise sein und in einer Art Körperwelle ablaufen, dazu gleich mehr.
- Dynamos sind nur dann sinnvoll, wenn kein leichterer Weg zum Ziel führt und sehen auch nur dann richtig gut aus, wenn man einen sonst nicht zu überwindenden Abstand der Griffe vorfindet.
Und so geht’s
Ihr hängt in der Wand an einem oder zwei möglichst guten Griffen und fixiert den Zielgriff mit euren Sehorganen. Um ordentlich Schwung holen zu können, platziert ihr die Füße möglichst weit oben, sagen wir in etwa auf Schwerpunkthöhe (Popo :>)
Wichtig ist nun, dass ihr ausreichend Schwung bekommt, als lasst die Arme lang und wippt vielleicht zusätzlich als Ausholbewegung nach unten. Nun kommt der Schub aus den Beinen, die euch nach oben drücken.
Die Beine drücken euch nach oben, die Arme ziehen natürlich in die selbe Richtung. Achtet darauf, dass ihr am Anfang der Bewegung raumgreifend euch beinahe von der Wand abstoßt und nach kurzer Beschleunigungsfahrt dann stärker mit den Händen wieder an die Wand zieht. Dies sieht dann seitlich wie eine Art “Wellenbewegung” des Körpers aus. Hat den Vorteil, dass man am Anfang stark mit den Beinen drücken kann und nicht von der Wand gestört wird und sich beim Wiederheranziehen an die Wand automatisch streckt und möglichst lang macht, um den Griff zu erreichen.
Ok, ihr habt ausreichend Beschleunigt und müsst euch nun auf den Zielgriff konzentrieren. Eure Hand, die Weitergreifen möchte, fährt nah an der Wand nach oben und legt im Umkehrpunkt der Bewegung (dort, wo ihr keine Geschwindigkeit mehr nach oben oder unten, also die maximale Höhe erreicht habt) auf den Griff auf. Versucht dabei, an der Wand zu bleiben und nicht herauszukippen. Körperspannung ist also gefragt!
Uff… geschafft… jetzt nur nicht loslassen! Schnell weiter heißt nun die Devise, man hängt so ziemlich stark an den Armen (oder dem einen Arm) und sollte sich nun schnell wieder ordentlich auf die Füße stellen.
Kleines Spiel
Nette Übung für einen Wettkampf während der Kletterpause: Wer schafft es vom definierten Griff möglichst hoch an der Wand mit beiden Händen anzuschlagen? Durch chalken der Fingerspitzen wird gemessen.
Der Doppeldynamo
Natürlich gibt der obere Griff es auch her, dass man gleich mit zwei Armen dran springt. Ist meist beim Kletter nicht der Fall, da gerade am Naturfels die Griffe sich nicht so oft für beide Hände gleichzeitig anbieten. Aber der Vollständigkeit halber habe ich mir auch noch ne andere Stelle gesucht, um dies optisch euch näher zu bringen. Bewegungsabfolge ist prinzipiell die selbe, nur muss man sich gleichzeitig mit beiden Armen vom Griff loslösen, was etwas Übung braucht, da das nicht so natürlich von statten geht.
1.
Hier sieht man noch einmal schön die hohen Füße. In etwa am Körperschwerpunkt aufgesetzt können sie ordentlich Schub leisten (vorausgesetzt, man hat etwas Power in den Beinen und nicht nur riesige Ober und Unterarme :>)
2.
Es wird wieder beschleunigt und nach einer kurzen Ausholphase wird der gesamte Körper wieder an die Wand herangezogen. Ich befinde mich gerade beim Heranziehen und habe meinen Zielgriff mit den Augen (noch nicht mit den Händen) fixiert. Gleicht lösen sich die Hände und schnappen entlang der Wand nach oben.
3.
Rutschige Struktur für einen Dynamo! Nun sieht man auch, warum man schnellstmöglich die Beine wieder hochbekommen sollte. Denn nun tragen die Beine kaum mehr Gewicht und in meinem Fall baumeln sie sogar in der Luft.
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