Klettern & Bouldern

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Die Dreibeinlogik

dreibeinlogikDreibeinlogik? Wer sich etwas mühe gibt, kommt vielleicht darauf, dass ein Stuhl erst ab 3 Beinen gut und ohne wackeln steht, fehlt eines, so kippt er um. Genau diese Metapher gibt die Grundlage zu einer wichtigen Regel im Klettern bezüglich allen Sicherungsgeräten:

  1. Menschliche Reflexe verwenden: In einer präkeren Situation neigt der Mensch dazu, etwas festzuhalten, zuzubeißen oder die Gliedmaßen an sich heran zu ziehen. Dies sollte in der Sicherungstechnik bedacht werden und die sichere Bedienung des Geräts nicht beeinflussen
  2. Die Bremshand (beim Rechtshänder die Rechte) darf in keine Situation das Bremsseil (das Seilende, an dem nicht Kletterer hängt) verlassen. Auch anders ausgedrückt: Es muss immer mindestens eine Hand am Bremsseil gehalten werden.
  3. Die Funktion des Sicherungsgerätes muss einwandfrei beherrscht werden und darf zu keiner Zeit aufgehoben werden (z.B. beim Tube muss das Seil richtig eingelegt sein, die Zugbelastung immer nach oben erfolgen und das Bremsseil immer nach unten gehalten werden, sprich der Seilverlauf ist gegenläufig)

Hier ein Artikel von Walter Britschgi aus dem Kletterzentrum Gaswerk (Zürich) über Dreibeinlogik und Handhabung von HMS, Tuber und Grigri.

Hier eine sehr gute, detaillierte Darstellung verlinkt vom Alpenverein.

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1 Kommentar

  1. Sehr interessant. Vor allem die Unfallstastik aus dem Gaswerk.
    Man sieht ja jeden Tag in der Halle Leute mit den absonderlichsten Vorstellungen davon, wie ihr Sicherungsgerät zu bedienen ist. Fast schon erstaunlich, dass auf 300 000 Kletterstunden “nur” 30 Unfälle auftretten. Wohl einfach daher weil die meisten Fehler derart sind, dass für einen kurzen Moment falsch gesichert wird. Erschreckenderweise heisst das aber wohl auch, einmal falsches Verhalten eingeprägt wird man nicht mehr einfach so los. Und die Wahrscheinlichkeitslehre sorgt dann dafür, dass man irgendwann damit einen Unfall produzieren wird sobald alles zusammen kommt (einen Moment wieder falsch gesichert und genau dann der Sturz des Gesicherten) – quasi nur eine Frage der Zeit.

    Noch interessanter ist, dass die andere Hälfte der 30 Unfälle nicht ursprünglich die Folge von Sicherungsfehlern sind, sondern die Verantwortungslosigkeit der (selbsternannten?) “Lehrer”. Dem Anfänger kann man da wohl kaum einen Vorwurf machen. Für mich also die ganz wichtige Botschaft des Artikels: Beim Sichern lehren muss ein Dritter alles überwachen !!!
    Da dürften z.B. die DAV-Hallen gerne noch ein Plakat spendieren für diese Regel.

    Desweiteren fiel mir (wieder mal) auf, dass die Tube am wenigsten anfällig zu sein scheint, was solche Fehlbedienung betrifft. Der Wechsel von HMS (auch ich habe damit gelernt zu sichern) auf die Tube scheint allerdings schon ein Gefahrenpotential zu haben – das leuchtet jedem in der Theorie sofort ein.
    Für mich persönlich muss ich aber sagen, dass ich bei der Umstellung kaum Schwierigkeiten hatte. Allerdings habe ich auch nicht alzu lange mit HMS gesichert. Vielleicht ist es aber auch so, dass gerade eben weil einem das Problem bei der Umstellung so bewusst ist (vorrausgesetzt jmd schildert es einem auch), es einem dann gar nicht so schwer fällt darauf zu achten.

    Also nichts gegen das Grigri, so lange es korrekt bedient wird. Aber besonders für Anfänger scheint mir doch die Tube am sinnvollsten. Schließlich ist der Anfänger genug damit beschäftigt allerhand andere Sachen zu lernen – je simpler da die Bedienung des Sicherungsgeräts desto besser, denke ich.

    Grüße,
    Christian

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