Klettern & Bouldern

Klettertraining, Tipps und Tricks rund um den Kletteralltag

Die Körpermitte

Adam Ondra, Quelle www.euroclimbing.com

Was bedeutet die Körpermitte?

Eigentlich meine ich damit den Körperschwerpunkt (KSP). Im Grunde kann man sagen, dass dieser frontal (von vorne) gesehen etwa in Höhe des Bauchnabels liegt und in der Mitte des Körpers von der seitlichen Ansicht her. Physikalisch betrachtet ist der Schwerpunkt der Punkt, an dem ein Körper gehalten wird und dann sich alle Kräftevektoren aufheben, der Körper sich also nicht von allein dreht oder um eine Achse rollt. Natürlich ändert sich das Ganze etwas, je nachdem wieviel die Arme oder Beine ausgestreckt/gebeugt sind.

Die Körpermitte beim Klettern

Beim Klettern geht es in den unteren bis mittleren Schwierigkeitsgraten darum, den KSP möglichst immer ruhig und sicher zu halten und die meiste Gewichtskraft auf die Füße zu verlegen. Prinzipien dazu habe ich schon erklärt: Unter den Schwerpunkt treten, Stabile Position etc. Es kann auch sein, dass ich die Stabile Position bewusst auflöse und mich dynamisch frontal bewege, hat hier aber nix zu suchen.

Spezielle Techniken wie Dynamos müssen vom Standpunkt des KSP aus betrachtet werden. Der KSP wird mittels “Körperwelle” zuerst über die Beine beschleunigt und über die Arme am Ende der Schwungbewegung wieder an die Wand geführt. Im sog. “toten Punkt”, in dem der KSP weder steigt noch fällt, muss gegriffen werden, damit die Hand sofort greifen kann und nicht wieder vom Griff gezogen wird.

Gerade auch seitliche oder diagonale Dynamos erfordern eine gezielte Bewegung des KSP. Hierzu hilft es, wenn man sich vereinfacht den KSP als seine Hüfte betrachtet und versucht, wie beim Tanzen die Hüfte zu schwingen. In der Bilderabfolge lässt sich das besser erklären:

Die Hüftbewegung leitet den Kletterzug ein. Es wird versucht, den KSP über das rechte Bein zu bekommen und dann den Oberkörper folgen zu lassen.

Der KSP sollte beim Klettern und in Ruhepositionen möglichst auch immer nah an der Wand sein und die Standfläche so optimal wie möglich weg von der Wand. Dies erreicht man, indem man die Fersen möglichst nicht zur Wand dreht, sondern von der Wand weg (sicherlich nicht in allen Situationen machbar). Zusätzlich sollte die Hüfte nah an der Wand sein. Dies erreicht man z.B. auch in der Klettertechnik Frosch ganz gut. Dabei bleiben die Arme lang und die Hüfte rutscht bei guter Beweglichkeit sehr schön an die Wand.

Ein nächster Punkt ist die Mitnahme von Schwung. Gerade beim zügigen Bouldern ist das Lösen eines Körperteils und das Weitergreifen/Treten mithilfe des Schwungs eine Kunst, die nur Profis perfekt beherrschen. Hierzu braucht man ne Menge Erfahrung, ein gutes Auge und natürlich ein perfektes Körperbewusstsein.

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