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Dynafit Zzeus im Test

Der neue Freerider von Dynafight, Zzeus genannt, verspricht Spaß: Nicht nur beim Tourengehen, sondern auch auf der Piste und daneben ein geiles Teil. Ein abfahrtsorientierter Tourenstiefel eben, dieser Zzeus.

Ich habe zuerst nicht allerlei Testberichte durchgestöbert, welcher wohl am leichtesten oder am härtesten ist…für mich war zuerst einmal Passform entscheidend und natürlich die grobe Richtung.Nun habe Alpinskifahren mit langen Carven und Kurzcarver sowie Skitouren hinter mir und habe mir als Tourenneuling ein gutes Bild vom Dynafit Zzeus machen können.

Schuhe von gestern

Wer bereits einen Abfahrtsstiefel mit gespürtem Flex von 150 hatte (ich weiß es nicht genau, mein Skischuh war gebraucht gekauft und passte noch dazu nicht unbedingt optimal) und den dann auch noch mit Thermozonen, die auf den ehemaligen Besitzer angepasst waren. – Der kann mein Leid verstehen, welches ich letzte Saison bei einer Woche Kronplatz und widrigsten Bedingungen hatte…

Ein neuer Schuh musste her – unbedingt. Und ich wollte ja schon länger Tourengehen anfangen, was liegt da näher, als sich einen abfahrtsorientierten Freerideallrounder wie den Zzeus zu holen?

3 Schuhe standen für mich zur Auswahl (nach dem ersten Sichtungscheck im Laden) – alles 4 Schnaller. 1. der Black Diamond Factor, 2. der Garmont Radium und 3. der Dynafit Zzeus.

Also rein in den Black Diamond “Factor”!

Er wird angepriesen als DER Freerider. Hoher Flex und super seitliche Stabilität. Aber selbst ich mit meinem Fuß kann mich da fast umdrehen in dem Schuh. Der Factor ist einfach extrem breit vorne.

Zweiter Anlauf, Garmont “Radium”!

Super Passform, auf Anhieb der bequemste Schuh, den ich jemals angehabt habe. Sehr neutral im Fußbett und genau die richtige Breite wie mir scheint für normale bis breite Männerfüße. Was mich stört, sind die Schnallen, die sind mir zu hakelig. Ich laufe rum und merke bald: Vielleicht passt er zu gut, vielleicht ist er zu gemütlich? Na ich habe ja noch einen dritten zur Auswahl.

Doch der Dynafit Zzeus?

Optik und Haptik besser als beide anderen. Gefällt mir einfach. Ich schlüpfe rein und merke sofort – uih, das wird eng. Aber mit der Zeit passt er sich ganz gut an, er sitzt kompakt, es lässt sich gut mit laufen (allerdings im Laden) und drückt nirgends wirklich. Noch dazu passen sich die ThermoForm Innenschuhe ja noch dem Fuß etwas an. Ich baue darauf und bin 10 Minuten später mit dem Dynafit unten an der Kasse…geschafft, ein Abfahrtsski der noch dazu geeignet zum Tourengehen ist (ganz davon abgesehen passt er auf alle Bindungen, die es gibt).

Lieferumfang

Schuhe mit Tourensohle, ISO-Alpinsohle, Inbusschlüssel, Ersatzschrauben, Schnürsenkel, Zwischensohle und natürlich Bedienungsanleitung.

Optik

Braun ist nicht jedermanns Sache, meine aber schon. Der Zzeus sieht zeitlos schön aus und macht auf jedem Ski eine gute Figur. Er glänzt durch eine eher klassische Form und durch optisch nicht zu spacig wirkende Schnallen.

Haptik

Die Magnesiumschnallen des Zzeus gefallen mir auf Anhieb, die Microverstellung geht leicht und auch mit Handschuhen ist alles super einstellbar. Der Thermoinnenschuh ist gut gepolstert und fühlt sich sehr angenehm und warm an. Die Schlaufen zum Einsteigen taugen was. Die Sohle ist durchschnittlich profiliert.

Nicht so gut

Manchmal rutscht die Zunge des Innenschuhs blöd zwischen die Schalen des Schuhs, ist aber eine Sache von 3 Sekunden. Die erste Schnalle ist (ich weiß nicht warum) gewöhnungsbedürftig um 180° gedreht. Außerdem ist die braune Lasche dort lose, mal sehen, wie sich das noch entwickelt…

Passform

Der Schuh sitzt sehr kompakt am Fuß, man sollte keinen extrem breiten Fuß haben. Ich habe breite Plattfüße und finde ihn gerade noch angenehm. Man schwimmt dafür nicht im Zzeus und hat somit beste Kraftübertragung. Mitgeliefert wird noch eine dünne Zwischensohle, die bei flachem Rist unter die eigentliche Sohle gelegt wird, damit der Schuh besser den Fuß umschließt. Habe aber selbst ich nicht gebraucht.

Skifahren

Der Titan von Dynafit liegt bei einem Flex von 130, der Zzeus darunter. Man merkt, dass es ein Zwischenmodell ist, einerseits weich und andererseits hart, aber beides nicht ganz. Der Fit zum Skifahren ist top, allerdings drückt er mich im Mittelbereich, wenn ich die Schnallen richtig fest mache. Für den Topspeed Pistenfahrer ist er nicht so geeignet, für kurze Schwünge und Tiefschnee ist der Zzeus aber perfekt. Die Kraftübertragung auf den Ski finde ich super, der Seitenhalt ist deutlich weicher, als bei meinem Vorgänger, aber nicht buttrig. Die Bretter lassen sich gut vom Zzeus auf die Kante pressen und auch mit Kurzcarvern zirkele ich rasiermesserscharfe Kurven. Gerade bei den Kurzcarvern hatte ich mit den alten bocksteifen Schuhen am Anfang zu tun, sie gerade zu halten und das hat die Beine schnell ermüdet. Der Zzeus ist aber so beweglich und gleichzeitig so hart, dass ein hin und her Zittern der Kurzen besser verhindert wird und auch bei Eis gut abgefangen werden kann. Es kann ein Vorlagewinkel von 15° bzw 21° eingestellt werden, was die Performance auf der Piste erhöhen soll. Dynafit sagt allerdings, dass 90% der Leute mit der Grundeinstellung zurecht kommen. Mir reicht es, seitlich die 2° mehr mittels Inbus zu verstellen, denn ich stehe schnell zu weit hinten.

Tourengehen

Etwa 1,8 Kilo wiegt ein Stiefel in Größe 29,5, das ist kein Pappenstiel. Aber der Zzeus ist ja ein Freerider und dafür wollte ich ihn auch. Die erste Tour war leicht und bei schwerem Pulverschnee und Sonne. Schnell ist mir warm geworden, denn auch die Tourenski und Bindungen sind nicht die leichtesten. Die Beweglichkeit hält sich in Grenzen, ist aber für diese Steifigkeit in der Abfahrt doch erstaunlich. Die Innenschuhe habe ich nichtmal gebunden und sogar vergessen, die zusätzliche Vorlage von 2° zurückzudrehen. Egal, der Schuh drückt und reibt nirgends und ist gut beweglich, auch seitlich geneigt, sodass die Ski immer gut auf den harten Untergrund gedrückt werden können. Ein kleines Knarren lässt sich manchmal vernehmen, doch stört mich das neben dem Klappen der Bindung überhaupt nicht. Der Walk-Ski Schalter lässt sich ebenso spielerisch und leichtgängig bedienen, wie alles andere. Die Schnallen halten gut in der dafür vorgesehenen Walk-Raste und ermöglichen es, trotz geschlossenem Schuh sich im vollen Umfang zu bewegen.

Sohlenwechsel

Der Zzeus wird mit Zweitbereifung ausgeliefert, sprich man kann eine ISO-Alpinsohle statt der Tourensohle benutzen. Das war auch das erste, was ich gemacht habe und es ging mit 10 kurzen Spaxschrauben und ein wenig Wackeln perfekt, eine Sache von 5 Minuten. Achtung nur handfest schrauben, mit Maschinen macht man schnell das Plastik kaputt (steht aber alles in der Anleitung). Der Zzeus ist nun gewappnet für Touren und Skifahren und passt auf alle drei Ski – super.

Innenschuh

Der Thermoform Innenschuh ist dick gepolstert und passt sich sehr gut dem Fuß an. Wer noch etwas mehr Anpassung braucht, kann ihn mit nem Föhn aufwärmen und dann reinschlüpfen, das bringt am Mittelfuß, den Knöcheln und der Ferse noch etwas. Bis jetzt hat nichts gestört. Der Innenschuh des Zzeus ist mit seiner verstärkten Sohle wunderbar als Hüttenschuh geeignet.

Preis

Liegt gut im Rennen, mit 419,- Euro bin ich doch merklich billiger als mit dem Factor davongekommen und auch der Radium wäre bei 449,- Euro gelegen. Ein so hochwertiger Akpinschuh kostet beinahe ebensoviel und leistet weniger…

Hier gibt’s den Dynafit Zzeus

Fazit

Für mich als Toureneinsteiger, der nicht aufs minimalste Gewicht, aber dafür auf Passform und Abfahrtsperformance wert legt, genau die richtige Wahl. Vielseitig und nicht zu hart ist er für mich die perfekte Lösung für alle Ski und blaue Flecken an den Schienbeinen gehören der Vergangenheit an! Juchhuuuu!

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