Klettern & Bouldern

Klettertraining, Tipps und Tricks rund um den Kletteralltag

Ein Besuch in Achleiten

Am Mittwoch war wahnsinnig schönes Wetter angesagt, ein freier Himmel und viel Sonne. Noch dazu hatte ich beinahe den ganzen Tag frei, was liegt da näher, als an eine der schönsten Sonnenwände in Tirol – nach Achleiten – zu fahren?

Leider kamen wir relativ schlecht los, denn die Kumpels aus München sind mit einem VW T3 Bus (140 Spitze???) angereist. Geiles gerät zum Urlaub machen, aber wenns mal schnell wohin gehen soll…

Der Zustieg

Nach 20 Minuten wandern (ein schöner Waldtrampelpfad versüßt mit etwas Schneezucker das Warten auf die sonnenbeschienene Wand) ist man dann am Ort des Geschehens. Wir entschieden uns für den Hauptsektor, in dem auch wir Durchschnittskletterer ein paar Stiche zu machen hofften. Sehr viele Routen im oberen 6ten Grad (Franzosengrad 6a+) sehr viele im 7ten (6b-6c+) bis in die untere 9 (7b-7c) – herrlich. Noch dazu ein schönes Wetter und es sollte dem schönen Klettertag nichts mehr im Wege stehen.

Vorbei am Panoramawandl (man sieht ganz deutlich, warum das so heißt) mit einem über dem Abgrund pendelndem Fixseil und einer riesen Feuerstelle (sehr unschön und wirklich unnötig, Leute!) ging’s relativ unwegig (aber richtig schön zu gehen!) unter den Felsen hindurch zum Hauptsektor mit seinen vielen Routen im 7ten Grad.

Der Einstieg

Zwei längere 6c Routen werden für den Anfang ausgesucht (7+) und ich fotographiere erst einmal ein bisserl und esse etwas (wir sind zu 5t). Nachdem diese 25 Meter fertig gespult wurden, bin ich an der Reihe. Meine Finger sind kalt, meine Beine zittern vom gestrigen Radeln (definitiv zu früh für mich). “Des wird scho warm oben” sagt der Markus und ich glaube ihm…in der Mitte der Wand muss ich allerdings Pause machen, weil meine Finger immer kälter und kälter werden, ich hab zu wenig an. Der Fels ist rauh und verlöchert. Hier und da mal ein Riss, und auf geneigten Flächen zeigen sich toll aussehende zerfressene Strukturen. Nichts für kalte Finger, ich spüre nichts von der Griffigkeit des Felsens. Nagut, es geht weiter und die Route fällt mir nicht so schwer, ist auch nur 6c. Aber warm bin ich nach den 25m immernoch nicht, erst, als ich runterkomme.

Es folgen endlose Minuten bis zum nächsten Mal klettern und bis dahin sind meine Finger wieder halb gefroren. Wir versuchen als nächstes eine 7b+ (Hacker Pschorr, 9-) mit einem fiesen Überhang. Natürlich erstmal spannend, aber für mich ein nutzloses Unterfangen. Pierre bouldert die Stellen ganz gut aus und klingt die ganze Route. Danach bin ich wieder an der Reihe. Die erste Passage ist eine Platte mit wenig Trittmöglichkeiten und nem lustigen Einstieg, dies gelingt einfach. Dann geht’s unter den Felsen, hier kommt schon die erste schwierigere Stelle, wo man nach rechts queren muss und leicht herauspendelt. Nachdem dies geschafft ist, Füße hoch und scharfen Seitgriff rechts, danach in eine riesen Tasche mit links. Füße hoch und extrem blockieren zum klinken. Dann mit Schwung zu einem Zwischengriff mit rechts (unhaltbar für mich) und weiter hinter einen Felsszapfen. Mehr ist für mich nicht drin, ich versuche ein paar Mal, da hinaufzukommen, aber ich alles ist so kalt und fest, dass nichts geht.

Überbelichtetes Foto, Pierre freut sich in der Platte (das kann er laut eigener Aussage gar nicht)

Jetzt schlägt seine Stunde. Zwei Expressen eingehängt zum Ausbouldern. Weite Blockierer, relativ gute Henkel.

Die ganze Route ist eingehängt, das untere Stück ist plattig, darüber ein schöner Überhang. Hinter dem Zapfen oben rechts sitzt ein guter Griff...

Der Umstieg

Nach diesem Misserfolg für mich ging’s weiter Richtung Virgin Crack, ein geiler Riss im Überhang, aber nichts für uns. Flo möchte Climate (7a) versuchen und eiert ziemlich rum an den nicht vorhandenen Tritten und Griffen. Leider geht auch bei ihm heute nichts.

Der Wiedereinstieg

Zurück zu unserer Stelle mache ich rechts neben der Hacker Pschorr eine 6c+ im kurzen Überhang und anschließender Risskletterei mit viel Seitwärtstrend. Wirklich schöne 20m Tour und auch der Überhang ist geschenkt, wenn man hoch genug greift. In 4-5 Zügen ist man oben und es geht ein nach oben und leicht links verlaufender Riss los, der immer mal wieder kleine Aufgaben an die Fußstellkunst verteilt. Oben wieder die schönen ausgefressenen Strukturen und an einer Wand musste man auf Minisintern auf Reibung treten. Teilweise etwas wackelig, aber ich komme oben an. -Zufrieden.

Der Abstieg

Mittlerweile ist es 14:30h und ich muss schon wieder los, die Arbeit ruft. Schade, denn wir wollten noch eine leichte 7a machen ;) – not for me this time.

Ich renne also von der Wand, lasse meine Expressen bei den 4ren und nehme im Wald erstmal die falsche Abzweigung. Ein kurzer Anstieg über steilen Waldboden bringt mich wieder auf den Pfad der Heimkehr (meine Waden brennen heute noch) und ich rase gen Bruckmühl.

Achleiten, ich komme wieder und hole mir meine verpatzten Routen!

Schlagworte: ,

Kommentar schreiben