Klettern & Bouldern

Klettertraining, Tipps und Tricks rund um den Kletteralltag

Familientag in und über Flintsbach

Vielleicht hat man’s ja schon mitgekriegt: Ich bin Vater einer zuckersüßen Tochter und man kann nicht immer nur zum Klettern an steilen Wänden gehen wollen, man sollte schon auch mal Zeit mit der Familie verbringen…Und das kann man sehr gut in Flintsbach bei Brannenburg und kann danach sogar noch zum Klettern gehen!

Wandern zur Asten

Schon ein etwas älteres Bild vor eineinhalb Jahren. Da konnte man die Kleine noch ganz gut rauftragen.

Münchner werden sie kennen, den Gasthof auf der Asten und auch das Berggasthaus Petersberg. Wer schon etwas größere Kinder hat, dem sei die Asten (1104m) und der Gasthof auf den oberen Wiesen empfohlen. Hier locken sehr gutes Essen und große Portionen sowie ein schöner Blick aufs Inntal und ein Spielplatz für Kinder. Der Aufstieg auf dem teils etwas steilem Forstweg gelingt jedem, der gerne draußen ist und ein klein wenig Kondition besitzt (es sind etwa 650 hm Aufstieg auf ausschließlich befestigtem Forstweg). Ein Pluspunkt für Familien ist, dass man hier nicht Radel fahren darf. Oben angekommen, kann man auch noch den großen Riesenkopf (1337m) besuchen. Mit der Kraxe packt auch ein etwas fitterer Papa den Aufstieg locker.

Wandern zum Petersberg

Wenn man so wie ich mittlerweile kleinere Kinder (ab 3) hat, die auch selber gehen sollen, dem sei der Petersberg (etwa 930m) nahegelegt. Denselben Weg wie zur Asten zunächst folgen, dann nach etwa 1h links dem Schild zum Berggasthof folgen und man hat noch 20min Serpentinen zu gehen. Wir haben gestern mit den Kindern (Mina ist fast 3, Jonas ist 3,5) 2 Stunden rauf gebraucht. Die Kinder sind den Weg komplett alleine hochgegangen und auch runter. Sicherlich nicht für jedes Kind geeignet, aber mit mehr oder weniger langen Tragestrecken dürften auch nicht so geübte Zwerge den Weg rauf schaffen. Ohne Kinder ist man etwa in 40min oben.

Für Kinder gibt es viel zu entdecken:

Eidechsen, Salamander, Schmetterlinge, eine Höhle, Wasserfälle, Burg Falkenstein und immer wieder kleine Kapellen. Oben wird man dann entlohnt mit allerlei Köstlichkeiten und einer Kirche.

Und unten? Da dürfen dann Mama und Papa auch noch ein bisschen klettern. Der Steinbruch von Flintsbach bedeutete aber auch für viele Heranwachsende zuvor den Einstieg in die vertikale Welt.

Klettern in Flintsbach

Wieder unten am Parkplatz angekommen holt man einfach sein Kletterzeug und ist in 5 min Gehzeit im ausgedienten Steinbruch bei Flintsbach. Hier gibt es drei Sektoren, der linke direkt im Steinbruch ist gerade für Anfänger eine etwas kniffligere aber sehr lohnende Plattenkletterei. Hier sind Routen bis 8+ und bis zu 3 Seillängen zu beklettern. Direkt an einer Höhle ist der Einstieg zu den beliebtesten Kletterrouten im Steinbruch: “Do legst di nieder” (6+), “?”(6-), “Nur fliegen ist schöner”(7-). Sektor “Fliegenschiss” ist der beliebteste Sektor im Gebiet. Hier gibt es Routen von 3+ bis 6+/7-, also ist hier wirklich für jeden etwas. Die gleichnamige Route “Fliegenschiss” (6-), “Honecker” (6+) oder “Früchte der Saison” (6+/7-) sind wirkliche Klassiker und gelingen nahezu jedem, der schon etwas Klettermeter in der Halle gesammelt hat.

Sektor Kuhwies’n wartet mit einer Route 6+ und den meisten im 8en Grad auf. Es gibt sogar eine 9+/10- (nichts für mich)! Hier wird also nicht gekleckert, sondern schwer ran-geklotzt und es gibt ein paar geile leicht überhängende Routen mit großen Henkeln. Zu dieser Jahreszeit ist die Kuhwies’n wohl aber noch etwas feucht. Die Wände sind allesamt nördlich, der Fliegenschiss leicht westlich ausgerichtet.

Wer aus Umgebung Rosenheim, Chiemgau, Oberland oder auch München kommt, dem sei sowieso der Kletterführer Out of Rosenheim empfohlen. Es gibt kaum ein umfassenderes Werk zum Klettern und Bouldern in den Münchner Hausbergen von Schliersee/Tegernsee über Kufstein bis Aschau. In mittlerweile dritter Auflage hat dieses Buch sehr an Fülle zugenommen und bietet alles, was das Kletterherz begehrt. Wer hat’s erfunden? – Markus Stadler, einer der Locals hier im Rosenheimer gebiet.

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