Klettern & Bouldern

Klettertraining, Tipps und Tricks rund um den Kletteralltag

Stirnlampen fürs Klettern

Letztens erzählte mir ein Kletterer in der Halle, er sei mit zwei Kumpels in ihrer Klettertour wohl bedingt durch ungenügende Tourenplanung in die Dunkelheit gekommen. Sie mussten im Dunkeln abseilen und haben dann sehr lange gebraucht, um die Stände wiederzufinden. Noch dazu hat es nach einer Zeit angefangen, zu regnen, was die Sache natürlich noch heikler gemacht hat. Wenn sie nicht auch noch keine Stirnlampen dabeigehabt hätten, wäre das Ganze vielleicht noch erträglich geworden, so aber war es wirklich eine Situation, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht.

Die kalte Jahreszeit kommt bald wieder und die Tage werden ja jetzt schon kürzer, also ist bald wieder richtig Stirnlampenzeit. Ich benutze meine Stirnlampe fürs Radeln, Bergsteigen und Wandern, Rodeln, Klettern, Skitourengehen, Arbeiten, Zelten und allerlei anderen Kram, man kann also sagen, dass eine Stirnlampe einfach zum Repertoire eines Sportlers gehört.

Welche Stirnlampe für welchen Zweck?

Man muss sich zuerst überlegen, für welchen Sport und wie stark man sein Licht benötigt. Möchte man seine Stirnlampe nur fürs Zelten und um im Dunkeln auf dem Zeltplatz sich zurechtzufinden, dann benötigt man kein Hochleistungsmodell für 300,- Euro.  Aber auch für schnelle Sportarten wie Radeln, Skitourengehen oder Rodeln müssen keine Unmengen an Geld ausgegeben werden. Eine gute Stirnlampe hat verschiedene Modi (hell und energiesparend, Stroboskop zur Signalgebung, vielleicht Rotlicht und vielleicht eine Batterieanzeige). Außerdem sollte es eine Möglichkeit geben, gestreutes Licht für den Nahbereich und einen stärker fokussierten Strahl für die Ferne zu erzeugen. Außerdem gibt es noch Stirnlampen, die spritzwasserresistent oder sogar wasserdicht sein können. Bei längeren Touren oder auch bei der oben beschriebenen Situation also nicht verkehrt, wenn einem nicht plötzlich das Licht ausgehen soll. Es gibt auch Stirnlampen wie die Ultra von Petzl im Bild links, die ein seperates Batteriefach haben, in der große Batterien mit länger anhaltender Leistung platz haben. Hierdurch wird der Kopf natürlich von jedem zusätzlichen Gramm Gewicht außer der Lampe befreit.

Eine gute Stirnlampe mit den meisten dieser Features ist ab etwa 40,- Euro zu bekommen.

Die Leuchtkraft und die tatsächliche Ausleuchtung der Lampe (ob fokussiert oder nicht) sollte man sich vorher vielleicht doch einmal ansehen, wenn man gehobenere Ansrüche an die Stirnlampe stellt. Die Parameter können hier doch sehr schwanken. Manche Hersteller setzen für das Umschalten auf gestreutes Licht diffuse Linsen ein, manche eine Optik und wieder andere mehrere kleine LED’s. Dabei sind dann natürlich die maximale Leuchtkraft und Reichweite der Lampen untereinander nicht mehr wirklich vergleichbar.

Stirnlampe fürs Klettern

Da wir ja hier nun häufiger übers Klettern reden, möchte ich mal drei Stirnlampen vorstellen, die sich meiner Meinung nach ganz gut zum Klettern eignen und auch mehr oder weniger für viele weitere Sportarten nutzbar sind. Natürlich ist es beim Klettern wichtig, dass der Kopf nicht unnötig belastet wird, man muss ja dauernd schauen, wo man ist. Die Stirnlampe sollte auf jeden Kletterhelm passen und auch nicht im Gepäck stören, weil man ja am Tage anfängt zu klettern und vielleicht in die Nacht rutscht. Folgende Stirnlampen habe ich rausgesucht (v.l.n.r.): Tikka2 XP von Petzl, Lucido TX lite von Mammut, Spot von Black Diamond.

Hauptkriterien hierbei waren:

  1. Gewicht
  2. Packmaß
  3. Leuchtkraft
  4. vielseitige Anwendbarkeit
  5. Komfort und Sitz
  6. Qualität

Spot von Black Diamond

Eine günstige Stirnlampe für 39,90 Euro, hier kann man eigentlich nichts falsch machen. Black Diamond ist sowieso eine DER Outdoormarken, die in jedem Mitie gute Produkte liefern. So auch die Spot. Mit 85g incl. Batterien (3xAAA) eine leichte Stirnlampe mit einem Hyperbright LED für die Ferne (bis zu 50m) und drei Superbright LED’s für die Nähe. Mit einer maximalen Leuchtdauer von 145 Stunden kann man sie wirklich oft benutzen und verschleudert nicht unnötig Batterien. Drei Helligkeitseinstellungen und ein Blinkmodus für jede Helligkeitsstufe komplettieren den guten Eindruck der Lampe. Der Lampenkörper kann sehr weit heruntergeschwenkt werden. Gut gemacht ist der Klappmechanismus zum Öffnen des Gehäuses, man schwenkt einfach den Lampenkörper ganz nach unten und das Gehäuse geht auf.

Manko: Raster der Schwenkvorrichtung wirkt etwas zu mikrig für den Lampenkörper, hier würde ich mir ein deutlicheres und sich schwerer anfühlendes Einrasten wünschen, so ist das wenig Vertrauen erweckend.

Fazit: Günstige Lampe für Kletterer, Tourengeher und alles darum herum. Radfahren könnte man dank der 50m Leuchtweite auch ganz gut (allerdings keine Trails oder sonstiges!)

Lucido TX Lite von Mammut

Diese leichte Lampe macht erstmal den Eindruck, dass sie außer “an” und “aus” nicht viel kann, stimmt aber nicht. Drei Helligkeitsstufen und ein Batterieanzeigemodus, der gleichzeitig ein Stroboskop ist, sind nicht zu wenig Funktionen für eine einzige LED und einen einzigen Knopf. Leider geht das Ganze nicht ganz intuitiv, sodass man unbedingt die Gebrauchsanweisung studieren muss, bevor man sich mit der Lampe oberflächlich beschäftigt und sie als “zu einfach” abstempelt. Auch hier finden 3 AAA Batterien platz und mit 72g und wirklich winzigem Packmaß findet sie wirklich überall Platz. Leuchtdauer von 120 bis 80 Stunden und eine Leuchtweite von bis zu 40m bei wirklich guter Ausleuchtung machen einen sehr positiven Eindruck. Ein kleiner Hebel am Gehäuse ist zum verriegeln des Knopfes, damit die Lampe nicht ungewollt aus- oder angestellt wird. Der Gehäusekorpus ist Stufenlos schwenkbar und macht einen wirklich soliden Eindruck. Kostet 44,95 Euro.

Manko: Nicht die leuchtkräfitgste im Test, aber dennoch sehr ausreichend für alle möglichen Aktivitäten. Einstellung etwas gewöhnungsbedürftig. Ein explizites Weitwinkel fehlt, lediglich DUAL Light ist über die Linse verfügbar, was im Nahbereich zusätzlich zum fokussiertem Strahl ausleuchtet.

Fazit: Sehr leicht, gute Leuchtkraft und solider Bau, etwas weniger Funktionen, dafür aber geschickt verpackt.

Tikka2 XP von Petzl

fokussiert

gestreut

Kommen wir zur Petzl Stirnlampe. Vom Packmaß wenig kleiner als die Black Diamond, dafür um 3 Gramm schwerer (mit 3 AAA Batterien 88g). Das Gehäuse lässt sich solide schwenken und rastet sicher ein, außerdem sieht es durch transparente Teile recht chic aus. 3 Leuchtstufen für weißes Licht (hell, energiesparend und Strobo) sowie ein Rotlicht (an und Strobo) sind mittels einem Knopf zu bedienen. Das Weißlicht kommt aus einer sehr leuchtstarken LED, das Rotlicht aus einer weiteren sehr kleinen. Eine Batterieanzeige LED ist ebenfalls mit angebracht. Die Leuchtkraft der Tikka2 XP übertrifft die der Black Diamond und der Mammut um geschätzte 25% und die solide wirkende heraufklappbare Streulinse verwandelt die Stirnlampe in eine leistungsstarke Nahbereich Lampe. Ich glaube die Tikka2 XP ist Spritzwassergeschützt, weiß ich jetzt aber nichtmehr genau. Meine Petzl Tikka (8 Jahre alt) ist jedenfalls schon öfters durch Regen getragen worden, was nicht heißt, dass Mammut und Black Diamond das nicht ebenfalls können.  Maximale 60m Reichweite und bis zu 160h Leuchtdauer, eine Signalpfeife und die Möglichkeit, die Lampe auf Helme zu klippen mit dem Petzl “Adapt” System komplettieren den insgesamt sehr guten Eindruck. Kostet 53,95 Euro.

Manko: Teuerste und schwerste Stirnlampe im Vergleich

Fazit: Allrounder für Nahezu alles, was man machen möchte. Super Leuchtleistung und viele Funktionen. Mein Testsieger mit deutlichem Vorsprung.

Vergleich aller drei Lampen

Stirnlampen im High Modus fokussiert

Stirnlampen gestreut im High Modus

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