Klettern & Bouldern

Klettertraining, Tipps und Tricks rund um den Kletteralltag

Tipps und Tricks beim Bouldern 5

Viele Dinge gehen leichter, wenn man sie sich vorher vergegenwärtigt, sozusagen gründlich im Geiste damit beschäftigt. So auch mit folgenden Technikfinessen, die man mehr oder weniger in Kletterrouten oder Bouldern automatisch macht. Wenn man dannmal ein Problem hat, dass absolut unlösbar scheint, sollte man sich eben genau solche Techniken nochmal vor Augen führen und vielleicht fällt dann doch der Groschen!?

Durchtauchen

Wie man in den anderen Tipps erfahren konnte, geht es beim Klettern hauptsächlich darum, den Körperschwerpunkt unter die Griffe bzw. über die Tritte zu bringen. Nur so bekomme ich den optimalen Druck auf die Strukturen und kann vielleicht auch den Oberkörper (die Arme!) besser entlasten.

Der Witz beim Durchtauchen ist folgender: Man muss die Griffe nach unten belasten, um diese halten zu können, kommt aber nicht unter den Griff – Wir stellen uns eine Querung vor, in der die Griffe und Tritte vertikal nicht weit auseinander sind. Man muss sich für solch eine Situation ziemlich zusammenfalten und schauen, dass man überhaupt die Griffe noch gescheit nach unten belasten kann. Ziemlich oft fatzt man dann einfach von den Griffen ab und schimpft darüber, dass jetzt die kleineren Kletterer wieder einen Vorteil haben…

Probiert nun folgendes: In solch einer Passage bleiben die Füße an Ort und Stelle und ihr klettert mit den Händen weiter. Lasst bewusst die Arme lang und hockt auf einem Bein ab. Versucht über seitliches Ziehen der Füße euch in der Wand einzukrallen und an die Wand zu ziehen. Die Bewegung geht nun in einem nach unten zeigenden Bogen unter dem schwierigen Griff “hindurch” und auf der anderen Seite “taucht” ihr wieder auf. Natürlich können hierfür auch die Füße schon vorher dort drüben platziert oder auch ein Spreizen gemacht werden (extreme Beweglichkeit notwendig, meist kommt man recht weit aus der Wand dadurch).

Zum Durchtauchen gehört, dass man eine gute Beweglichkeit in der Hüfte hat und das Gefühl für die Tritte nicht verliert. Sucht euch einen schwierigen Volumen und Sloperboulder in der Boulderhölle bei dem man die Griffe einfach nicht halten kann. Nun probiert alle Tritte durch, zieht euch mit den Füßen ran an die Wand und versucht, optimal unter die Griffe zu kommen, irgendwann klappt’s.

Diagonale

Eine wichtige Regel im Klettern ist das Diagnolasieren. Ganz einfach: Klettert mal eine Route nur mit immer 2 Punkten an der Wand: Linke Hand greift, rechter Fuß wird gestellt, linkes Bein und rechter Arm werden hängen gelassen. Sehr oft kommt es nun automatisch zu Blockierern oder auch zum Eindrehen. Das Eindrehen ist recht ökonomisch, das Blockieren meist bei hoch zu setzenden Tritten erfolgreich. Das Ganze funktioniert auch gut im Dach beim Bouldern. Immer rechte Hand und linker Fuß bzw. umgedreht an der Wand behalten und kurz ausharren.

Eine Diagonale Kletterstellung gibt automatisch Spannung im Körper und man produziert keinen Angelpunkt bei dem die Tür aufgehen kann. Probiert ruhig mal immer den rechten Fuß und die rechte Hand zu belasten und dabei die beiden linken Gliedmaßen zu entlasten (natürlich auch seitenverkehrt). Nun wird euch oft die Tür aufgehen.

Macht man sich das bewusst und klettert mal mit absicht Bedacht auf die Diagonalität beim Klettern, wird man sicherlich in persönlich anspruchsvolleren Routen schneller zum Erfolg kommen.

Übung für’s Diagonalisieren: Hängt euch ins Dach mit guten Henkeln und guten Tritten. Nun hängt euch nur an linken Arm und rechtes Bein und wechselt von dieser Position aus zum rechten Arm und linken Bein. Das ständige Hin und Her verlangt der Körpermitte einiges ab. Zu leicht? – Wählt schwierigere Griffe, die Tritte sollten gut sein.

Hoch Ansteigen

Ganz oft kann man das beobachten: Die Leute stehen viel zu gestreckt an der Wand, gerade im leichten bis schweren Überhang fatal, denn man bekommt kaum Druck auf die Füße und muss seinen ausgestreckten Körper stabilisieren. Übung zur Wahrnehmung: Geht in die Liegestützposition, Füße erhöht auf dem Bett. Nun das selbe nur mit Schienbeinen auf dem Bett. Was ist leichter zu halten? Dumme Frage, ja, aber wieso machen wir das nicht auch so beim Klettern, da wo es sinnvoll ist?

Der Clou der ganzen Sache ist, dass man mit einem tiefen Fuß und einem hohen Fuß seitlich gesetzt eine Menge an Möglichkeiten hat, Körpergewicht zu übernehmen. Der tiefe Fuß nimmt Gewicht auf, der hohe, seitliche auch und kann zusätzlich eine offene Tür effektiv verhindern. An einem geeigneten Tritt kann nun auch der hohe Fuß wunderbar ziehen und somit die Körpermitte näher an die Wand bringen. Außerdem ist das abgehockte Sitzen auf dem erhöhten Bein eine wunderbare gelegenheit, zu Schütteln und sich kurz auszuruhen.

Schlagworte: , , , , ,

Kommentar schreiben