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Tritttechnik – Grundlagen

Ohne groß herumzuschnörkeln: Hier geht’s um einfachste Erklärung der Tritttechnik (Nach der neuen Rechtschreibung eher mit 2t??? – wurst, ihr wisst, was gemeint ist).

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Fuß auf einem Tritt zu platzieren und je nach Situation gibt es eine optimale Position. Hier spielt allerdings eine Menge Übung mit rein und nur die Grundlagen sind rein theoretischer Natur. Man kann also nicht immer sagen, dass ein bestimmter Griff nur eine Trittvariante fordert, das muss jeder selbst entscheiden, die Basics gibts aber jetzt hier:

1. Frontales Antreten mit der Fußspitze

Frontales Antreten mit ZehenspitzeGeklettert (gerade als Einsteiger) wird häufig frontal, sprich Brust und Hüfte schauen zur Wand (wie Spiderman).

Bei großen Tritten, kleinen Dellen oder Löchern (hier eine Delle im Griff) bietet sich das Frontale Antreten an. Der Vorfuß wird so weit als möglich auf die Struktur gesetzt, die Ferse wird etwa waagerecht bis leicht angehoben gehalten (variiert je nach Trittbeschaffenheit). Das Frontale Antreten bietet eine günstige Körperschwerpunktlage bezüglich der Füße (Fersen stehen von der Wand weg, KSP liegt in der Senkrechten vor den Fußgelenken) und damit werden die Hände entlastet, bzw. die Waden müssen viel Gewicht tragen. Den Fuß exakt platzieren, nicht wippen

2. Frontales Antreten eines Reibungstrittes

ReibungstrittPrinzipiell ähnlich, wie das Antreten mit der Fußspitze, nur wird hier die Ferse bewusst fallengelassen, damit mehr vom Fuß aufliegt und auch die Zugrichtung des Fußes in etwa mit der Neigung des Griffes übereinstimmt.

Für den Felsen gilt: Der Körperschwerpunkt muss möglichst senkrecht über dem Tritt angebracht sein, um optimale Reibung zu bekommen. Steht man also auf einem geneigten Gelände, muss die Hüfte (der Körperschwerpunkt) von der Wand weg verlagert werden. Im Überhang muss dagegen der KSP so nah wie möglich an die Wand.

3. Antreten mit der Innenkante

Frontales Antreten mit InnenkanteKleine Leisten und Kanten werden meist mit der Innenkante, dem Ballen angetreten. Hier hat man gute Kraft, ohne den Fuß überanzustrengen. Die Haltung ist meist frontal zur Wand.

Die Ferse wird waagerecht bis angehoben gehalten, da der Fuß Spannung benötigt, um auf kleinen Tritten stehen zu können. Fuß muss ruhig und ohne Wippen aufgesetzt werden. Nach dem Setzen des Fußes folgt eine Schwerpunktverlagerung auf diesen Tritt, um mit dem anderen Fuß weitertreten zu können.

Auf sehr schwierigen Tritten wird der Fuß noch einmal aktiv gegen den Tritt aufgekantet.

4. Antreten mit der Außenkante

Eingedrehtes Antreten mit AußenkanteMeist beim Eindrehen wird diese Tritttechnik verwendet. Sie bietet guten Halt und Stabilität auch auf kleinsten Tritten. Hierzu muss wie beim Innenkant-Tritt aktiv aufgekantet (der Fuß wird gegenverdreht) und die Ferse waagerecht oder besser noch leicht angehoben werden.

Auch hier gilt wieder: Ruhiges Aufsetzen, kein Wippen, dosiert Belastung des Trittes ansteigen lassen und aktiv gegendrehen. Ein enger Kletterschuh unterstützt die Außenkante, da hier die kleinen Zehen aufgestellt sind und besser auf den Tritt drücken können.

5. Hooken

ToehookHier sieht man einen Toehook (Zehenhook).

Im Boulderdach neigt man dazu, mit dem kompletten Rist des Fußes zu hooken, das beansprucht den Fuß und Schuh sehr stark und mir sind dadurch schon Klettstreifen abgerissen. Also hookt lieber nur mit den Zehen bzw. dem Vorfuß! Toehooks müssen geübt werden, da hier die Schienbeinmuskulatur ausgeprägt angespannt werden muss, was sonst nicht der Fall beim Klettern ist. Übung macht hier eben den Meister.

Hooks werden zum Beispiel dafür gebraucht, um die offene Tür zu stabilisieren, oder den KSP an die Wand zu ziehen.

Heelhook2 Einen Heelhook (Fersenhook) kann man viel besser halten, da der Hebel der Ferse nicht so groß wie beim Vorfuß ist und außerdem noch die Wade sehr viel kräftiger ist, als die Schienbeinmuskulatur. Man benötigt lediglich einen passenden Kletterschuh, den es nicht gleich auszieht beim Hook. Auch hier wird der Hook benötigt, um offene Türen zu stabilisieren oder sich an die Wand zu ziehen. Auch bei Dynamos kann ein zusätzlicher Hook von Vorteil sein.

Für Toe und Heelhooks müssen die Beine eine gute Beweglichkeit haben, da diese meist auf Hüft- bis Brusthöhe platziert werden müssen, um wirkungsvoll zu sein. Dehnen der Beinbeuger und Adduktoren ist also hier angesagt. Zu Dehnübungen später sicher mehr.

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